Vorwort

Die Auflösung der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien, die sich in den Jahren 1991 bis 1999 vollzog, wirkte sich äußerst negativ auf die Entwicklung der ganzen Region Südosteuropa aus, die nach dem Fall der kommunistischen Regimes gerade begonnen hatte, sich schrittweise in demokratischen Staaten neu zu organisieren. Die Kriege zerstörten Wohlstand und Stabilität und hinterließen Verwüstung und Hass.

Eine der Reaktionen des schockierten EU-Europas war die von Deutschland ausgehende Idee der Einrichtung eines Stabilitätspaktes für Südosteuropa vom Juni 1999, dessen Hauptziel der staatliche Wiederaufbau ist. Das Goethe-Institut beteiligte sich ab 2000 an kulturellen Projekten dieses Stabilitätspaktes. Auch wenn nur ein sehr kleiner Anteil der Mittel insgesamt in kulturelle Programme floss, von dem dem Goethe-Institut für seine in SOE durchgeführten Maßnahmen wiederum nur etwa ein  Viertel zur Verfügung gestellt wurde, so sind über die Jahre doch beachtliche Ergebnisse erzielt worden.

Drei Prämissen stellte das Goethe-Institut dafür in den Vordergrund:

Das Goethe-Institut konnte dabei auf bewährte, über Jahre erprobte Partner-Strukturen zurückgreifen. So wurden europaweit anerkannte internationale Begegnungen auf Festivals und bei Biennalen auch schon vor den Kriegen von den Goethe-Instituten unterstützt. Jetzt galt es, ihnen wieder auf die Beine zu helfen, um sie zu Austausch zwischen Ost und West, aber auch, wie vor den Kriegen, zu nachbarschaftlicher Zusammenarbeit zu befähigen. Da nicht wenige der kreativsten Kräfte der Länder Südosteuropas schon immer, besonders aber während der Kriegsjahre, enge Kontakte zu Deutschland und deutschen Kulturschaffenden gepflegt haben, fiel es nicht schwer, die vertrauensvolle gemeinsame kreative Zusammenarbeit wieder aufzunehmen.

Diese Broschüre zeigt eine Auswahl der seit 2000 durchgeführten Projekte. Eine umfassendere Darstellung finden Sie auf der Homepage: www.culture-stability-pacts.org. Sie stehen beispielhaft für die Arbeit der Goethe-Institute im Rahmen des Stabilitätspaktes für Südosteuropa: Ethnien und Grenzen überschreitende Kulturprogramme, nachhaltig und friedensstiftend, orientiert auf eine gemeinsame Zukunft in Europa.

Dr. Rüdiger Bolz
Regionalleiter Südosteuropa